AI Performance Marketing: Was Menschen besser können als Künstliche Intelligenz

Im Podcast MARKETING MEETS TECHNOLOGY spricht Julia Gedimina, die Digital Marketing Strategin mit Johanna Hartung von WOXOW über eine Entwicklung, die viele im digitalen Marketing aktuell spüren – den wachsenden Einfluss von KI und die damit verbundenen Veränderungen.

Inhaltsverzeichnis

Zwischen Automatisierung und Vertrauensverlust: Der neue Status quo

„Automatisierung ist mächtig, aber Verantwortung lässt sich nicht delegieren.“
Das Portrait von Julia Gedimina zeigt sie lachend mit geschlossenen Augen und erhobener Hand vor schwarzem Grund.
Julia Gedimina
findingWow

Mit diesem Satz bringt Julia Gedimina von finding wow direkt zu Beginn auf den Punkt, worum es im modernen AI Performance Marketing geht.

Noch nie gab es so viele Möglichkeiten, Kampagnen zu automatisieren, Daten auszuwerten und Prozesse zu skalieren. Gleichzeitig wächst aber auch ein Gefühl der Unsicherheit. Entscheidungen werden von Systemen getroffen, deren Logik nicht immer nachvollziehbar ist.

Das Ergebnis: Wir haben mehr Daten als je zuvor – aber oft weniger echtes Verständnis dafür, was sie eigentlich bedeuten.

Von Handwerk zu Blackbox: Wie sich SEA verändert hat

Wenn man auf die Anfänge von Search Engine Advertising zurückblickt, wird schnell klar: SEA war ein echtes Handwerk. Kampagnen wurden manuell aufgebaut, Keywords sauber strukturiert und Anzeigen mit viel Sorgfalt erstellt. Auch die Gebotssteuerung lag vollständig in der Hand der Marketern, die regelmäßig optimierten, testeten und nachjustierten.

Diese intensive, operative Arbeit hatte einen entscheidenden Vorteil: Man verstand genau, was im Account passiert. Jede Anpassung war bewusst gesetzt, jede Veränderung nachvollziehbar.

Heute sieht die Realität im AI Performance Marketing deutlich anders aus, denn viele dieser Aufgaben übernimmt mittlerweile Künstliche Intelligenz. Systeme führen die Datenanalyse in Echtzeit durch. Sie optimieren Gebote automatisch und testen Varianten in einer Geschwindigkeit, die manuell kaum erreichbar wäre. Das eröffnet enorme Effizienzgewinne, vor allem bei großen Accounts.

Doch dieser Fortschritt hat auch eine Kehrseite. „Es ist viel strategischer geworden, aber auch viel weniger transparent“, meint die Marketing-Expertin Julia Gedimina. Denn je mehr automatisiert wird, desto weniger Einblick bleibt. Entscheidungen entstehen in Systemen, die wie Blackboxen wirken können.

Das verändert die Rolle von Marketern grundlegend: Weg vom operativen Umsetzen, hin zum strategischen Einordnen und Hinterfragen.

Marketing-Experten Johanna Hartung und Julia Gedimina bei der Podcast-Aufzeichnung im WOXOW-Studio.
Johanna Hartung & Julia Gedimina im WOXOW Podcast

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Was KI im Performance Marketing wirklich gut kann

Trotz aller kritischen Perspektiven ist eines klar: Künstliche Intelligenz ist im Performance Marketing ein extrem starkes Werkzeug, wenn sie richtig eingesetzt wird.

Die Stärken von KI

  • Verarbeitung großer Datenmengen
  • Analyse von komplexen Zusammenhängen
  • Mustererkennung
  • Skalierung von Kampagnen
  • Automatisierte Gebotsstrategien

Gerade bei großen Accounts entfaltet sich dieses Potenzial besonders stark. Kampagnen können schneller optimiert, international ausgerollt und kontinuierlich angepasst werden. Gleichzeitig gilt aber: „Nicht jeder Account ist ein internationaler Großkonzern.“

Für kleinere Unternehmen kann es sogar sinnvoll sein, bewusst nicht alles zu automatisieren, weil man durch manuelles Arbeiten ein deutlich besseres Verständnis aufbaut.

Wo Künstliche Intelligenz an ihre Grenzen stößt

So leistungsfähig die KI auch ist, sie hat Grenzen. Gedimina weist darauf hin, dass „nur weil etwas konvertiert, es nicht heißt, dass es richtig ist!“ Denn KI optimiert auf Ziele. Sie erkennt, ob eine Kampagne funktioniert, jedoch nicht unbedingt, ob sie sinnvoll ist.

Das betrifft vor allem:

  • die Qualität von Leads
  • die langfristige Markenwirkung
  • strategische Entscheidungen
  • ethische Fragestellungen

Ein gutes Beispiel: Eine Kampagne kann starke Conversions haben, aber gleichzeitig die falsche Zielgruppe anziehen oder negative Reaktionen auslösen. Für die Künstliche Intelligenz sind das „gute“ Signale. Für die Marke können sie problematisch sein.

Warum Daten allein nicht mehr reichen

Im klassischen Performance Marketing galt lange: Daten sind die Wahrheit. KPIs waren die Grundlage aller Entscheidungen. Doch diese Sichtweise greift heute zu kurz und „ein Dashboard ist nur ein Blick durchs Schlüsselloch“, meint die Expertin.

Denn Zahlen zeigen immer nur einen Ausschnitt der Realität. Sie sagen dir, was passiert, aber nicht immer, warum. Ein hoher ROAS oder niedriger CPL kann auf den ersten Blick positiv wirken. Ohne Kontext bleibt aber unklar:

  • Welche Zielgruppe erreicht wurde
  • Welche Qualität die Leads haben
  • Wie sich das Ganze auf die Marke auswirkt

Genau hier wird der Mensch unverzichtbar: als Interpret, Einordner und Entscheider.

Die unterschätzte Gefahr: Dark Patterns

Mit der steigenden Automatisierung wächst auch ein Risiko, das oft unterschätzt wird: der Einsatz manipulativer Mechaniken. Dazu gehören unter anderem künstliche Verknappung, Clickbait oder sogenannte Confirm Shaming-Techniken. Sie funktionieren häufig sehr gut, zumindest kurzfristig. Gedimina warnt:

„Dark Patterns funktionieren – bis sie Vertrauen zerstören.“
Das Portrait von Julia Gedimina zeigt sie lachend mit geschlossenen Augen und erhobener Hand vor schwarzem Grund.
Julia Gedimina
findingWow

Langfristig können solche Strategien genau das Gegenteil bewirken: Sie schaden der Marke und führen zu einem Vertrauensverlust bei Nutzern.

Und genau hier zeigt sich ein entscheidender Punkt: Der Einsatz von künstlicher Intelligenz kann solche Mechaniken verstärken, aber sie entscheidet nicht, ob sie eingesetzt werden. Diese Verantwortung bleibt immer beim Menschen.

Der wichtigste Unterschied: Menschlichkeit

Ein zentrales Thema, das sich durch das gesamte Gespräch zieht, ist die Rolle des Menschen im Performance Marketing. „Die Leute kommen nicht wegen Google Ads zu mir, sondern weil sie jemanden brauchen, der sie begleitet“, so Julia Gedimina. Kunden suchen nicht nur operative Umsetzung, sondern Orientierung, Einordnung und Vertrauen.

Menschen bringen hier Fähigkeiten mit, die KI nicht ersetzen kann: Sie verstehen Zusammenhänge, erkennen Nuancen und können Entscheidungen im Kontext treffen. Sie bauen Beziehungen auf, kommunizieren auf Augenhöhe und übernehmen Verantwortung. In einer zunehmend automatisierten Welt wird genau das zum entscheidenden Differenzierungsfaktor.

Future Skills im AI Performance Marketing

Die Anforderungen an Marketer verändern sich spürbar. Doch was bedeutet das konkret für die Zukunft?

Technisches Know-how allein reicht nicht mehr aus. Stattdessen gewinnen Fähigkeiten an Bedeutung, die über Tools hinausgehen.

Dazu gehören vor allem:

  • kritisches Denken und die Fähigkeit, Daten zu hinterfragen
  • strategisches Verständnis
  • Kommunikationsfähigkeit im Umgang mit Kunden
  • Hands-on-Mentalität
  • Empathie & Zielgruppenverständnis

KI und Jobs: Bedrohung oder Chance?

Die Diskussion rund um KI ist oft von Extremen geprägt. Entweder wird sie als Bedrohung gesehen oder als Allheilmittel. Die Realität liegt dazwischen. 

„Wenn KI gekommen wäre, um unsere Jobs zu klauen – warum sitze ich dann noch hier?“
Das Portrait von Julia Gedimina zeigt sie lachend mit geschlossenen Augen und erhobener Hand vor schwarzem Grund.
Julia Gedimina
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Aber: KI verändert Jobs. Sie automatisiert Aufgaben, verschiebt Rollen und schafft neue Anforderungen. Was sie jedoch nicht ersetzt, sind echten Experten mit Erfahrung, Kontextverständnis und menschlichen Interaktion.

Der richtige Umgang mit KI

Die entscheidende Frage ist also nicht, ob man KI nutzen sollte, sondern wie. Die Digital Marketing Strategin meint: „Es bringt nichts, sich davor zu verschließen. Aber auch nichts, sich komplett darauf zu verlassen.“

Was du konkret mitnehmen kannst

Ein sinnvoller Umgang bedeutet:

  • KI als Unterstützung zu sehen, nicht als Ersatz.
  • Ergebnisse zu hinterfragen, statt sie blind zu übernehmen.
  • Ergebnisse zu hinterfragen, strategisch zu denken und immer das große Ganze im Blick zu behalten.

Denn die Zukunft gehört nicht der KI allein – sondern den Menschen, die sie richtig einsetzen.

Mehr von Julia Gedimina

Wenn du tiefer in ihre Perspektiven eintauchen willst, findest du Julia hier:

👉 Jetzt Podcast hören: Die größte Lüge über KI im Performance Marketing | Julia Gedimina | findingWow

Mehr Insights rund um Marketing & Tech findest du auf https://woxow.com und in unserem Newsletter.

Häufige Fragen zu AI Performance Marketing

Was ist der Unterschied zwischen AI Performance Marketing und klassischem Performance Marketing?

Der zentrale Unterschied liegt im Automatisierungsgrad. Während klassisches Performance Marketing stark manuell gesteuert wird, nutzt AI Performance Marketing Algorithmen zur Optimierung von Kampagnen, Zielgruppen und Budgets. Dadurch entstehen effizientere Prozesse, jedoch auch weniger Transparenz, was strategisches Verständnis und Kontrolle durch den Menschen wichtiger macht.

Was leistet KI im Performance Marketing?

KI analysiert Klick-, Conversion- und Verhaltensdaten datengetrieben und erkennt Muster. Tools wie ChatGPT oder Gemini unterstützen bei Text- und Kampagnenerstellung, KI-gestützte Analytics-Systeme ermöglichen Predictive Analytics. Damit der Einsatz von KI einen echten Mehrwert bringt, braucht es ein solides Setup: sauberes Tracking, eine verlässliche Datenbasis und die richtige Technologie im Einsatz.

Wie kann ich KI sinnvoll im Performance Marketing einsetzen?

KI sollte gezielt als Tool eingesetzt werden, um Daten auszuwerten, Prozesse zu automatisieren und Kampagnen effizienter zu gestalten. Wichtig ist, Ergebnisse regelmäßig zu überprüfen und im Kontext zu interpretieren. Unternehmen sollten KI strategisch nutzen, ohne die Verantwortung abzugeben oder blind auf automatisierte Entscheidungen zu vertrauen.

Wie optimiert KI Targeting, Anzeigen und Creatives auf Social Media und in Videos?

Der KI- Algorithmus wertet Suchverhalten und Nutzersignale in Echtzeit aus und passt Kampagnen dynamisch an, auch kanalübergreifend auf Plattformen wie Meta, TikTok und weiteren. Das ermöglicht präziseres Targeting, besser abgestimmte Anzeigenvarianten und kreatives sowie gesteigerte Klicks -Raten bei Video- und Social-Media-Formaten.

Wie funktioniert datengetriebenes Reporting und Tracking mit KI?

KI-gestützte Dashboards bündeln Daten aus mehreren Plattformen und liefern einen zentralen Überblick über alle relevanten KPIs. Sie werten beispielsweise Klick- und Conversion-Daten automatisch aus, erkennen Trends und geben Handlungsempfehlungen. Vorausgesetzt ist dabei, dass das Tracking und die Datenbasis sauber aufgesetzt sind.

Wie helfen KI-Tools dabei, ROI zu maximieren und Zielgruppen besser zu verstehen?

KI wertet Verhaltensdaten und Suchverhalten aus, erkennt Muster und nimmt dann die Budgetverteilung automatisiert dort vor, wo der ROI am höchsten ist. Targeting und Anzeigen werden dabei dynamisch optimiert. Der Mensch bleibt jedoch unverzichtbar für Interpretation, Kontrolle sowie strategische Entscheidungen.

Autor

  • Timon Hartung ist ein Marketing Technologie Experte und hat mit über 20 Jahren Erfahrung in SEO und Online Marketing ein umfangreiches Wissen aufgebaut welches er mit seiner Programmier Erfahrung fusioniert und so besonders im technischen SEO und neuerdings AI zu Hause ist. Er ist als Speaker und Moderator auf nationalen und internationalen Konferenzen und als Kolumnist bei Forbes.com und der W&V bekannt. Als Geschäftsführer der woxow.com Technologie Beratung für SEO, Ai & DATA führt er zusammen mit seiner Frau Johanna Hartung die Geschäfte und Beratung ihrer Kunden...

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