In dieser Episode von „Marketing Meets Technology“ spricht Timon Hartung mit SEO-Experten Hanns Kronenberg über einen der wohl tiefgreifendsten Umbrüche im digitalen Marketing der letzten Jahre: den Wandel der Google-Suche durch den KI-Modus und die Einführung von AI Overviews.
Mit Blick auf die Entwicklungen rund um Google Gemini, ChatGPT, Perplexity und Co. zeigt Hans Kronenberg, wie Unternehmen auch in Zukunft Sichtbarkeit erhalten können.
„Wenn niemand mehr klickt, musst du trotzdem genannt werden“
Schon zu Beginn macht Hanns Kronenberg deutlich, dass wir am Beginn eines neuen Suchzeitalters stehen: „Es geht nicht mehr nur um Rankings. Es geht darum, ob dich die KI in ihren Antworten nennt.“
Moderne Suchsysteme wie Google AI Overviews, ChatGPT-Suche oder die KI-Suchmaschine von Perplexity verändern grundlegend, wie Inhalte in einer digitalen Suchmaschine ausgespielt werden.
Statt einer rein klassischen Trefferliste mit blauen Links liefern diese Formen der AI Search direkt KI-generierte Antworten. Nutzer erhalten nicht mehr nur einzelne URLs, sondern eine strukturierte Übersicht mit KI, die Inhalte aus unterschiedlichen Quellen bündelt.
Dabei greifen die Systeme auf sogenannte Grounding Pages zurück – also qualifizierte, vertrauenswürdige Inhalte, die als Informationsbasis dienen. Sie werden von der KI analysiert, gewichtet und in die generierten Antworten integriert.
Für Unternehmen bedeutet das: Sichtbarkeit entsteht nicht mehr ausschließlich über Rankings in der traditionellen Suchmaschine. Klassischer organischer Traffic nimmt in vielen Bereichen ab, während Relevanz als zitierfähige Quelle in AI-Search-Systemen zum entscheidenden Faktor wird.
Grounding Pages: Sichtbarkeit für Maschinen
Hanns Kronenberg beschreibt Grounding Pages als zentrales Instrument, um in der neuen Welt der generativen Suche präsent zu bleiben.
„Eine Grounding Page ist im Grunde wie deine eigene Wikipedia-Seite – nur mit dem klaren Ziel, für KI-Systeme relevant zu sein. Sie ist nicht für Conversion optimiert, sondern für Verständnis“, erklärt er im Podcast.
Damit verschiebt sich der Fokus deutlich: Nicht Design oder Verkaufspsychologie stehen im Vordergrund, sondern klare Strukturen, faktenbasierte Inhalte und eine saubere, maschinenlesbare Aufbereitung. Gerade bei der KI-Suche mit Google – und generell bei jeder Form der Suche mit KI – werden Inhalte anders verarbeitet als in klassischen Suchergebnissen.
Algorithmen priorisieren nachvollziehbare Argumentationsketten, logische Gliederungen, belastbare Daten und transparente Quellenangaben. Werbliche Übertreibungen oder rein conversion-getriebene Texte verlieren in diesem Kontext an Wirkung.
Für Hanns Kronenberg zeigt sich hier die SEO-Zukunft deutlich: Nicht die lauteste Seite gewinnt Platz in den Suchergebnissen, sondern jene, die für KI-Systeme strukturell erfassbar, vertrauenswürdig und im jeweiligen Kontext eindeutig einzuordnen ist.
GEO statt SEO? Eine neue Optimierungslogik
Der Wandel bringt eine neue Disziplin hervor: Generative Engine Optimization (GEO). Während die klassische SEO auf Suchergebnisse abzielte, orientiert sich GEO an den Funktionsweisen von Large Language Models und Chatbots:
„Wenn du im KI-Modus sichtbar sein willst, musst du dich fragen: Wie denkt die KI? Welche Informationen zieht sie aus verschiedenen Quellen heran?“, so Hanns Kronenberg.
Für ihn beginnt erfolgreiche Optimierung nicht bei einzelnen Keywords, sondern beim Verständnis der Logik von LLMs und generativer KI. Entscheidend ist, welche Inhalte für eine konkrete Suchanfrage als relevant eingestuft, kontextuell eingeordnet und anschließend synthetisiert werden. Wer diese Mechanik versteht, kann Strukturen schaffen, die die KI als referenzwürdig wahrnimmt.
Unternehmen sollten verstehen, wie KIs wie Google Gemini, ChatGPT, Perplexity oder Microsofts Copilot Informationen gewichten – insbesondere im Kontext der Google-AI-Suche. Denn diese Systeme funktionieren nicht wie eine klassische Suchmaschine, sondern reagieren auf eine konkrete Suchanfrage, indem sie Informationen aus mehreren Quellen analysieren, priorisieren und synthetisieren. Dabei zählen Relevanz, Struktur, Quellenqualität und Kontext stärker als einzelne Keywords. Inhalte werden nicht isoliert betrachtet, sondern im Gesamtzusammenhang bewertet und zu einer konsistenten, KI-generierten Antwort zusammengeführt.
Wer hier sichtbar sein möchte, muss Inhalte strategisch so aufbereiten, dass sie als belastbare Referenz innerhalb dieses Quellenmixes dienen können. Idealerweise in Form klar strukturierter Grounding Pages, die als Informationsbasis für KI-generierte Antworten herangezogen werden.
Verstehen, wie KI Bilder durchsucht
Ob über eine KI-Fotosuche, visuelle Produkterkennung oder KI-gestützte Bildanalyse in Tools wie Google Lens – Sichtbarkeit entsteht heute nicht mehr allein durch Alt-Texte oder Bilddateinamen.
Generative Systeme analysieren Bildinhalte, Metadaten, semantische Zusammenhänge und Kontextinformationen. Entscheidend ist daher, ob ein Inhalt technisch sauber strukturiert, thematisch eindeutig zuzuordnen und inhaltlich konsistent eingebettet ist. Nur dann kann er von der generativen KI aufgegriffen, korrekt interpretiert und in Antworten integriert werden.
„Es braucht eine Seite pro Entität“
Im Podcast liefert Hanns Kronenberg eine praxisorientierte Checkliste für die ideale Grounding Page:
- Eine Seite pro Entität (z. B. Produkt, Marke, Person)
- Klar, faktenbasiert, ohne Werbesprache
- Keine CTAs, keine Ablenkung
- Footer-Verlinkung zur sauberen Indexierung
- Inhaltlich hochwertig und regelmäßig aktualisiert
Damit beschreibt er im Grunde eine neue Disziplin der Inhaltsarchitektur: weg von conversion-getriebenen Landingpages, hin zu referenzfähigen Wissensseiten für LLMs und generative Suchsysteme.
Seine Aussage verdeutlicht, worum es strategisch geht: Nicht jeder Inhalt muss verkaufen – aber jede zentrale Entität sollte so dokumentiert sein, dass KI-Systeme und zugrunde liegende Modelle sie korrekt einordnen und zuverlässig zitieren können.
Fragen stellen, Antworten erhalten – aber richtig
Die Art, wie Menschen Fragen stellen, verändert sich: Statt zehn Links zu sichten, erwarten Nutzer:innen schnelle KI-Antworten. Das verändert auch die Rolle von Marken. Deshalb betont Hanns Kronenberg: „SEO ist nicht tot. Aber sie ist nicht mehr, was es mal war. SEO wird zur Markenkommunikation – über Maschinen.“
Statt traditioneller Suche zählen heute präzise Inhalte mit Relevanz für generative KI – und das über alle Plattformen hinweg: von Google bis Perplexity, von der klassischen Websuche bis zur lokalen Anzeige in Google Maps.
Ob in der ChatGPT-Suche, in der AI-Bilder-Suche, in den KI-gestützten Modulen der Google-Suche oder in Lösungen von Microsoft wie Copilot und der Bing-Integration – Inhalte werden nicht mehr nur gelistet, sondern synthetisiert, verdichtet und kontextuell neu ausgespielt.
Dass viele Nutzer versuchen, Googles KI-Suche zu deaktivieren, zeigt deutlich, wie stark sich das Sucherlebnis verändert hat. Die Integration generativer Antworten verschiebt nicht nur die Darstellung, sondern auch das Vertrauen in klassische Ergebnisse und deren Gewichtung.
Ausblick: Sichtbarkeit in der KI-Welt sichern
Die Zukunft von SEO liegt im Verständnis der neuen Spielregeln: Wer früh beginnt, Grounding Pages aufzubauen, schafft sich einen Vorsprung in einer Welt, in der nicht mehr der beste Text gewinnt, sondern der passendste Kontext.
„Es geht darum, wie die KI dich versteht – nicht wie schön deine Seite aussieht“, betont der KI-Experte. Für Unternehmen heißt das: Jetzt handeln, lernen, testen – und die eigene Position in der KI-gestützten Suche sichern!
Fazit: SEO braucht neue Strategien
Ob du die KI-Suche von Google aktivieren oder die Google-KI-Suche ausschalten möchtest – an der neuen Realität kommst du nicht vorbei. Künstliche Intelligenz ist längst integraler Bestandteil moderner Suchsysteme. GEO (Generative Engine Optimization) ist deshalb kein Buzzword, sondern längst Realität.
Wenn du darüber nachdenkst, wie du SEO für die KI-Suche neu aufstellen kannst, beginne mit einer klaren Grounding-Strategie. Sie bildet die Grundlage dafür, dass deine Inhalte von LLMs verstanden, korrekt eingeordnet und als Referenz genutzt werden. Denn entscheidend ist nicht mehr nur die Ranking-Position, sondern auch Relevanz für die KI. Wer in der AI-Bildersuche oder in der ChatGPT-Suche nicht auftaucht, verliert Schritt für Schritt digitale Präsenz.
Wer tiefer in die strategischen Hintergründe eintauchen möchte, kann sich die vollständige Episode von „Marketing Meets Technology“ anhören. Im Gespräch mit Timon Hartung erklärt Hanns Kronenberg praxisnah, wie sich künstliche Intelligenz, LLMs und neue Formen der Optimierung konkret auf Unternehmen auswirken – und welche Schritte jetzt notwendig sind, um 2026 sichtbar zu bleiben.
Häufige Fragen zur KI-gestützten Suche
Woran erkennt man, dass das Interesse an KI zunimmt?
Google ist immer noch die größte Suchmaschine weltweit. Aber immer mehr User nutzen KI-Suchmaschinen. ChatGPT hat eine Milliarde wöchentliche User! Auch Googles KI-Suche wird immer beliebter.
Viele Nutzer:innen stellen aktuell vermehrt Suchanfragen dazu, wie sie die Google-Suche mit KI aktivieren oder die Google-Suche ohne KI nutzen können. Auch die Frage, ob eine KI-Suche kostenlos verfügbar ist, zeigt das wachsende Interesse an generativer KI – gleichzeitig aber auch die Unsicherheit darüber, wie diese Systeme funktionieren.
Wie kann ich die Google-KI-Suche aktivieren oder ausschalten?
Viele Nutzer suchen nach Möglichkeiten, die Google-KI-Suche zu aktivieren oder gezielt zwischen klassischer Ansicht und KI-gestützten Ergebnissen zu wechseln. Hintergrund ist die zunehmende Integration generativer Antworten oberhalb der regulären Trefferliste. Eine vollständige manuelle Steuerung ist derzeit jedoch nicht vorgesehen, da die KI-Funktionen schrittweise in die Standardsuche eingebunden werden.
Was bedeutet “KI-Google-Suche”?
Der Begriff “Google-KI-Suche” beschreibt die generative Erweiterung der klassischen Suchmaschine durch künstliche Intelligenz. Inhalte werden nicht mehr nur indexiert, sondern analysiert, kombiniert und neu formuliert. Dadurch verändern sich die Google-Suchergebnisse deutlich – weg von reinen Linklisten hin zu kontextuell synthetisierten Antworten.
Wie funktioniert die KI-Bilder-Suche?
Die KI-Bilder-Suche kombiniert visuelle Erkennung mit leistungsfähigen Sprachmodellen. Im Kontext der KI-Suche mit Google werden Bilder nicht nur anhand von Dateinamen, Alt-Texten oder Metadaten bewertet, sondern im Zusammenspiel mit umgebendem Text, strukturierten Daten und dem Kontext der Seite interpretiert. Dadurch entstehen präzisere Ergebnisse, die Inhalte einordnen und Suchanfragen beantworten.
Warum ist SEO-Beratung mit Schwerpunkt KI-Suche sinnvoll?
Im Rahmen der Beratung rund um SEO und KI analysieren Expert:innen, wie Inhalte für generative Systeme strukturiert, technisch aufbereitet und semantisch klar definiert werden müssen. Ziel ist nicht nur klassisches Ranking, sondern nachhaltige Referenzfähigkeit in KI-Antworten sowie stabile Sichtbarkeit in sich wandelnden, KI-gestützten Suchumgebungen. Das ist wichtig, nimmt die KI-Suche doch immer mehr an Bedeutung zu.
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Timon Hartung ist ein Marketing Technologie Experte und hat mit über 20 Jahren Erfahrung in SEO und Online Marketing ein umfangreiches Wissen aufgebaut welches er mit seiner Programmier Erfahrung fusioniert und so besonders im technischen SEO und neuerdings AI zu Hause ist. Er ist als Speaker und Moderator auf nationalen und internationalen Konferenzen und als Kolumnist bei Forbes.com und der W&V bekannt. Als Geschäftsführer der woxow.com Technologie Beratung für SEO, Ai & DATA führt er zusammen mit seiner Frau Johanna Hartung die Geschäfte und Beratung ihrer Kunden...
